Die Gemeinde Tschenkowitz liegt am Fuße des Berges Buková, der sich in die Höhe 949 m.ü. M.erhebt, von dem wir an einem sonnigen Sommertag die herrliche Aussicht auf Mähren und auch die weit entfernten Gesenke erblicken. Die Gemeinde liegt an den beiden Ufern des Baches Čenkovička, deren Wiege sich auf dem Buková Berg befindet. Tschenkowitz ist vom Berg Buková in der westlichen Richtung bis zu dem Wäldchen zu den Grenzen der Gemeinde Wildbach gestreut. Zur Zeit hat die Gemeinde 190 Einwohner. Ein Fußgänger braucht fast 1,5 Stunde, damit er das ganze Dorf, das sich dem kleinen Bach Čenkovice entlang zieht, durchwandern könnte. Kurzhistorie: Die Gemeinde Tschenkowitz - dessen Namen Čeněk schon an die tschechische Herkunft erinnert, ist unter der Regierung der letzten Przemysliden (Przemysl Ottokar II., Wenzel II.) ungefähr in den Jahren 1270 - 1300 entstanden und sie war ursprünglich rein tschechisch. Erst in den späteren Zeiten stoßen wir im Archiv auf den deutschen Namen der Gemeinde: Tschenkowitz (Čenkendorf). Noch unter dem Augenzeugen Maxmilián im Jahre 1568 finden wir im Archiv rein tschechische Familiennamen (Kvapil, Kučera, Vondra, Nožka usw.) mit ein paar deutschen Namen, auf die wir erst nach dem Jahre 1650 unter der Regierung von Ferdinand III. stoßen. In den Hussitenkriegen - im 15. Jh., sowohl auch danach wurde die hiesige Gemeinde nur von der Bevölkerung tschechischer Nationalität besiedelt. Ausführliche Informationen (aus der „Landeskunde Lanškrounsko" übernommen): Die Gemeinde Tschenkowitz liegt am Fuße des Berges Buková (958 m.ü.M.) 13 km nördlich der Stadt Landskron. Der Ortsname hat den Ursprung in dem Eigennamen des Lokators-Begründers des Dorfes und zum ersten mal ist sie in der Donationsurkunde, mit der Wenzel II. im Jahre 1304 das ganze Landskroner Gebiet dem Königsaaler Kloster schenkte, als Czunkendorf erwähnt. Im Jahre1358 die Zisterzienser tauschten ihre ostböhmische Güte mit dem Leitomischler Bischof gegen die, die mehr gelegen waren, und in seinen Händen blieben sie bis zu dem Jahre 1409. In diesem Jahr hat der Bischof Jan Železný, der die Gegend um Gabel an der Adler getrennt hat und sie einem Adeligen Jan Strýček von Střižkov in Versatz gegeben hat. Unter den im Versatz gegebenen Dörfern war auch Tschenkowitz, das allerdings zusammen mit Adlerdörfel als wüst angeführt ist. Als Bestandteil dieses Versatzes blieb Tschenkowitz zur Hälfte des 15. Jahrhunderts Im Jahre 1453 gewann Gabel auch mit der Umgebung von Anna von Sassadel, der Ehefrau des Hauptmanns in Landsberg Václav Preger, der damalige Besitzer der Landskroner und Landsberger Gegend Zdeněk Kostka von Postupitz. Seit dieser Zeit teilte Tschenkowitz sein Schicksal mit den anderen Dörfern in der Landskroner Gegend bis zu dem Jahre 1540 mit. In dieser Zeit gab Jan von Pernstein die Stadt Landskron und ihre Umgebung in den Versatz dem Václav Černohorský von Boskovitz, indem die Umgebung von Gabel blieb zu der Landsberger Herrschaft zugeteilt, die Pernstein 4 Jahre später dem Petr Bohdanecký verkauft hatte. Zu der Wiedervereinigung der beiden Teile in eine Einheit mit dem Sitz in Landskron kam es erst unter der Regierung Vratislav von Pernstein im Jahre 1564. Das rauhe Klima, das in diesem Vorgebirgsdorf, das die höchstliegende Gemeinde in der Region ist, herrscht, war in der Vergangenheit ein großer Feind ihrer Einwohnern. Wie es gesagt wurde, Tschenkowitz wurde schon irgendwann auf der Wende des 14. und des 15. Jahrhunderts entvölkert und verwüstet. Nicht einmal in dem folgenden Jahrhundert wurde nicht dicht angesiedelt und der größte Teil der Umgebung wurde bewaldet. Erst auf der Wende der 60-ger und 70-ger Jahre des 16. Jahrhunderts unter der Regierung von Jan Vratislav von Pernstein gewann Tschenkowitz trotz seinem Vorgebirgscharakter an Attraktivität. Manche Einwohner der niedriger liegenden Dörfer in der Herrschaft, die in einem abhängingen Stand als Mietsleute und Tagelöhner auf den väterlichen oder schwesterlichen Grundbesitz lebten, entschieden sich, sein Glück zu versuchen und sich auf einer eigenen Bauernschaft selbstständig zu machen. Im Herbst 1568 ließ der Landskroner Hauptmann Adam Bukovský von Hustířany in Tschenkowitz die Erde vermessen und mietete sie an acht neue Wirtschaftler, zu denen anfangs Juni folgendes Jahres fünf weitere dazukamen. Diese Besiedlung begegnete sich mit einem großen Interesse. Der Hauptmann hat sich also entschieden, Vratislav von Pernstein zu informieren, dem er geschrieben hat: "Ihrer Durchlaucht mache ich bekannt, dass Sie hier ein Dorf in der Herrschaft belieben haben - es heißt Tschenkowitz - welches neu gebaut ist und sie sind erst 13 besiedelt. Im Dorf befinden sich jetzt ( weitere Leute) und bitten, dass ihnen gewünscht wäre zu bauen, dass sie hier siedeln wollen. Was ich mehr als 15 Personen nach einem Stück ausgemessen habe, die auch die Zinsen gern zahlen möchten. Ob darin der Wille Ihrer Durchlaucht (ist) denn dort Wälder wenig gelten), bitte ich Ihre Durchlaucht, dass Sie mir ihren Willen dazu bekannt machen belieben“. Vratislav hat diese Initiative günstig angenommen, weil schon im Juli 17 neue Bauernschaften in Tschenkowitz standen und im Jahre 1575 kamen die nächsten fünf dazu. Trotzdem war das Leben im Vorgebirgsdorf keinesfalls leicht.
Sehr ausführlich nähert uns die nicht leichten Lebensbedingungen deren Einwohnern das Herrschaftselaborat zu der Revisitation der Steuerrolle, die nach dem Deißigjährigen Krieg Beleg für das Steuern der Untertanenbauernschaften im ganzem Königreich war. Laut diesem Beleg lebten im Jahre 1669 in Tschenkowitz 13 Beisessene, 24 anderen Wirtschaftler (genannt laut der Ausdehnung der Feldeinheiten Gärtner und 20 Landlosen. Aber auch der Grundbesitz der Beisessenen war nicht groß. Mit heutigen Einheiten gemessen hielten von 3 bis 6 Hektar Ländereien, von denen die Hälfte brach lag. Die Gärtner hatten von 1 bis unvollendet 3 Hektar und auch sie bearbeiteten nur einen Teil davon. Den Lebensunterhalt fanden die Bewohner des Dorfes Tschenkowitz vor allem in armen Handwerken. Fast die Hälfte von ihnen widmete sich der Verspinnung des Leinengarns und der Weberei, die anderen arbeiteten mit dem Holz ( unvollendet 10 Löffelmacher, Tischler, Schindelmacher und Särgemacher) oder machten sie Tagearbeiten und den alten Leuten blieb nichts anderes übrig, als sich das Essen durch Betteln zu besorgen. Trotz dem harten Leben und der Weberei als Hauptquelle des Lebensunterhaltes erreichte die Anzahl der Einwohner im Dorf in den folgenden Jahrhunderten die höchsten Zahlen in der ganzen Region. Mit 1500 Einwohner reihte sich Tschenkowitz auf der Wende der 60-ger und 70-ger Jahre des 19. Jahrhunderts nur hinter die zweimal bevölkerungsdichter Tscherma, Wiprechtsdorf mit mehr als 2000 Einwohnern und Wildbach, das nur um etwas mehr bevölkerungsdicht war. Mit der Einführung der Mechanisation in die Leinenverspinnung und das Weben, kam es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach dem Auflösen der Untertanen- tätigkeit zu einer sehr starken Auswanderungswelle, nicht nur nach Amerika, aber auch in die norddeutschen Städte wie Bremen, Braunschweig oder Hamburg. Auch wenn in der Gemeinde Vereine wie Landwirtschaftlicher Verein, Flachsbaugenossenschaft (1904) für die Aneiferung der Wirschaft und der Bürgerliche Vorschußverein gegründet wurden, sank die Anzahl der Einwohner in Tschenkowitz im Laufe der 60 Jahren (bis zu dem Jahr 1930) um mehr als eine Hälfte. An die bestehenden Einwohner lag in den 30-ger Jahren des 20. Jahrhunderts große wirtschaftliche Krise auf, aber paradoxerweise gerade diese Vorgebirgslage des Tschenkowitzes zeigte sich, ein Vorteil in die Zukunft zu sein. Die Einwohner des Tschenkowitzers setzten nämlich auf den Touristenverkehr. Seine Tätigkeit in der Gemeinde begann der Verein für die Aneiferung des Touristenverkehrs (Fremdenverkehrsverein), im Jahre 1930 wurde Schwimmbecken (50 m) ausgebaut und vor allem in demselben Jahre hat über die Gemeinde Bund der Deutschen in Brünn das Patronat übernommen. Durch die gezielte Insertion und durch die Vergebung der Werbung hat ins Tschenkowitz eine Reihe der Sommer-und Wintergäste vor allem aus Brünn, aber auch von den anderen Orten, gebracht. Seit den 30-ger Jahren begann sich die Gemeinde in ein touristisches Zentrum und Erholungszentrum zu verändern, das heutzutage ein Begriff nicht nur in dieser Region, sondern auch in ganz Ostböhmen ist. In der Gegenwart befindet sich hier eine Reihe von Erholungsobjekten, die die Unterkünfte anbieten. Im Winter kann man nicht nur zwei große Skilifts mit den Pisten ausnutzen, sondern auch mehrere 10 Kilometer der Langlaufloipen. Nationalitätencharakter des Tschenkowitzes war immer vermischt, mit der deutschen Überzahl. In den 30-ger Jahren des 20. Jahrhunderts stellte die tschechische Minderheit etwa ein Fünftel der Gesamtanzahl der Einwohner dar. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Angesiedelte abgesetzt und die Gemeinde wurde vom Innenland besiedelt. Die geistige Verwaltung der Gemeinde wurde schon immer von dem nicht weit entfernten Gabel an der Adler gewährleistet. In der Zeit nach der Schlacht auf dem Weißen Berg wurde das Tschenkowitz vom Dekanat in Wilden- schwert verwaltet, im Jahre 1663 wurde die Gabler Pfarrei erneut und das Tschenkowitz fiel wieder in ihre Kollatur anheim. Aus dem Jahre 1667 stammt die erste Erwähnung über die hiesige Filialenkirche St. Laurentius. 100 Jahre später (1767) erreichten die Einwohner des Dorfes die Schaffung der Lokalie, zu der auch Adlerdörfel und Neudorf gehörte. Im Jahre 1782 wurde hiesige Lokalie auf die selbsständige Pfarrei erhöht, zu der Neudorf zugeordnet wurde. In dieser Zeit wurde die alte Kirche abgerrissen und in den Jahren 1780-82 verlief auf die Kosten des Grafen Alois Josef von Liechtenstein eine Rekonstruktion im Barockstil und ein Jahr später wurde die Pfarrei gebaut. Nach der Erklärung des Tolerantspatents im Jahre zeigte sich, wie stark hier in der Gemeinde heimliches Nichtkatholizismus verwurzelt wurde. Die evangelischen Ansiedler, die später etwa ein Drittel aller Einwohner darstellten, bauten noch im Jahre 1781 ihr Gebetshaus, zu der im Jahre 1881 auch ein Turm zugebaut wurde. In der Gegenwart benutzt man die kleine Kirche nicht. Die geistige Verwaltung gewährleistete der Pastor aus der nicht weit entfernten (Ober) Tscherma und im Jahre 1882 wirkte in der Gemeinde der eigene Prediger. Ihre Vertretung hatten im Tschenkowitz auch die Herrhuter Brüder, deren geistige Verwaltung ein Prediger von Potstein und später von der Gemeinde aus Wildenschwert gewährleistete. Über dem Schulunterricht hören wir in Tschenkowitz zum erstenmal in dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts. Zum ersten Mal ist der Name des Lehrers im Jahre 1686 belegt. In diesem Jahr wurde Franz Peter zum Lehrer und wirkte hier 40 Jahre bis zu dem Jahre 1726. Das Schulgebäude ließ auf seine Kosten der Graf Jan Josef von Liechtenstein im Jahre 1834 bauen. In der Gegenwart fungiert in der Gemeinde eine zweiklassige Schule für die erste und die vierte Klasse (zusammen für Tschenkowitz und Adlerdörfel) und der Kindergarten. Zu dem ältesten Verein in Tschenkowitz wurde im Jahre 1877 der Verein der Freiwilligen Feuerwehr und in der Gegenwart wirkt hier noch eine Körper- erziehungseinheit Sokol, deren Tradition bis zu dem Jahre 1950 zurückreicht. Außer der Barockkirche St. Laurentius, dessen Altarbild des gleichgenannten Märtyrer Jan Dallinger in der ersten Hälfte des 18. Jhs. malte, kann sich das Tschenkowitz mit der Barockstatue St. Johannes von Nepomuk bei Beschr.- Nr. 79 rühmen. Aufgehoben wurde sie auf Kosten von Pavel und Zuzana Feltzmann am 5. Mai 1736. Aus dem Jahre 1841 stammt die Statuengruppe der Heiligsten Dreieinigkeit vor der Kirche des unbekannten Autors bei dem Beschr. - Nr. 108. Wahrscheinlich aus dem Jahre 1697 stammt das Sandsteinkreuz vor der Kirche, dessen Piedestal mit dem Relief der Schmerzhaften Jungfrau Maria verziert ist. Außer den Privatunternehmern, die in dem Touristenverkehr unternehmen, wirken in der Gemeinde zwei kleinere Betriebe. Die Firma Fygr, die 15 Arbeitnehmern Arbeit gibt, beschäftigt sich mit der Zeltproduktion und die örtliche Metallbearbeitungsfirma Proko, die 12 Leute engagiert. In der Gegenwart leben in Tschenkowitz 190 Einwohner in 61 Häusern. Die nächsten 65 Häuser dienen zur Rekreation ähnlich wie 165 Hütten.