Ausführliche Informationen (übernommen aus der „Landeskunde Lanškrounsko"): Die Gemeinde Lukau erstreckt sich an dem Strom des Lukaer Baches, 4 km südlich der Stadt Landskron, entlang und besteht aus zwei historisch selbsständigen Gemeinden - Likau und zu ihr administrativ zugefügten Gemeinde Blumenau. Die erste Erwähnung über Lukau (Lukow) stammt aus der Donationssurkunde Wenzel II. aus dem Jahre 1304, mit der er dem Königsaaler Kloster die ganze Landskroner Gegend schenkte. Im Zusammenhang mit der Gründung des Leitomischler Bischofssitzes und der Inauguierung seiner Diözese im Jahre 1349 wird das Dorf als Pfarrdorf angeführt. Im Jahre 1358, wann das Königsaaler Kloster die Landskroner und Landsberger Gegend mit dem Leitomischler Bischof gegen mehr geeignete Güter nahe Prag austauschte, wurde Lukau zum Bestandteil der Bischofsgüter. Unterschiedlich waren die ältesten Schicksale des 3 km südlicher liegenden Dorfes Blumenau, das auf Blumenau vom ursprünglichen Namen Ziegenfuß erst nach dem zweiten Weltkrieg umbenannt wurde. Zum ersten Mal ist sie im Jahre 1304 (in der gleichen Donationsurkunde wie Lukau) unter dem deutschen Namen Cigenfus erwähnt. Ihre weitere Geschichte ist dann aber eher mit dem benachbarten Dorf Tirpings verbunden. Unter der Regierung Jan von Luxemburg, der mehrmals die ostböhmischen Königsaaler Güter (zum letztenmal in den Jahren 1335-36) eroberte, hat der König Blumenau und Tirpings von den Zisterzienser Dörfern in Landskroner Gegend getrennt und gab sie Otto vonTannenfeld in den Versatz. Das Königsaaler Kloster erwarb sie erst im Jahre 1350 zurück, als Karl IV. ihre Rückgabe den Zisterziensern anordnete. Als sich kurz darauf die Königssaaler Mönche entschieden, ihre Herrschaft mit dem Leitomischler Bischof auszutauschen, wurde Blumenau nicht in den Vertrag miteinbezogen. Königssaaler Kloster hielt sie mit einigen anderen Dörfern und verkaufte sie einigen örtlichen Kleinadeligen. Schon seit dem Jahre 1372 hielte Blumenau Heinrich von Brandeis, in Libchava angesiedelt, der sie gemeinsam mit Tirping und den beigelegenen Bächen im Jahre 1402 dem Augustinianerkloster, das im Jahre 1371 in Landskron gegründet wurde, verkaufte. In den Händen der Ordenkanoniker blieb Blumenau bis zu den Hussitenkriegen. Im Jahre 1421 flohen die Augustinianer vor der drohenden Gefahr von Landskron nach Olmütz, wo sie sich dauerd ansiedelten. Ihre Güter in der Stadtumgebung beanspruchten sie weiterhin, aber die Hoffnug, dass sie sie zurück- bekommen, zerschlugen sich. Die Rechtanssprüche der Augustinianer u.a. an Blumenau bestätigte zwar mit seinem Privilegium im Jahre 1460 ausführlich der König Jiří von Podiebrad, aber die damaligen Bischofsgüter, einschließlich Klosterdörfern, blieben fest in den weltlichen Händen. Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts beherrschte sie Zdeněk Kostka von Postupitz, der Blumenau zu den anderen Dörfern in der Landskroner Herrschaft angegliedert hatte, mit denen es dann seine spätere Schicksale mitteilte. Am Ende des 16. Jahrhunderts, als die Landskroner und Landsberger Herrschaft Adam Herzan von Harras in der Haltung hatte, gerieten die Untertanen aus Lukau und den Dörfern in der Umgebung in einen großen Streit mit der Herrschaft. Raubgierig unternehmungslustig und vor allem geizige Adelige begann in der Umgebung von der Stadt Landskron die Bäche anlegen, die zu der lukrativsten Art des Unternehmens gehörten. Bei ihrem Bau nahm er aber keine Rücksicht auf seine Untertanen, so dass der Lukaer Bach im Jahre 1602 die Felder und die Bauernhäuser zu mehr als drei Viertel der Bevölkerung des Dorfes überschwemmte. Im Jahre 1603, als in Landskron die vom Kaiser zu der Bewältigung des Streites abgesandte Sonderkommission tagte, gelang es leider nicht, die Streiterei zu schlichten. Herzan beabsichtigte nicht, die verursachten Schaden in der gehörenden Höhe zu begleichen, die Untertanen haben dagegen dem Herrn die Fronarbeiten und die Steuern zu zahlen. Die Verhandlungen über den Streit schleppten sich in den folgenden Jahren hin und so ist zum Schluss den Bewohnern des Dorfes die Geduld gerissen. Im Jahre 1612 beseitigten die Lukauer in der Nacht die Bachmauer und ließen das Wasser ab , wobei sie die Fische gefangen haben und plünderten noch die unter der Schleuse ausgebaute herrschaftliche Mühle.
In der Zeit nach der Schlacht auf dem Weißen Berg, als die Herrschaft der kaiserliche Statthalter Karl von Liechtenstein kaufte, wurde der Lukauer Bach wieder erneurt. Die einstige Fläche hat er aber nicht erreicht und auch die Schäden, die durch den Untertanen verursacht wurden, hat Liechtenstein beglichen. Nach dem Jahre 1622 wurde in Lukau auch ein herrschaftlicher Hof mit einer Schäferei angelegt, in der man zur Zeit ihrer größten Ruhms bis zu 4 000 Schafe züchtete. Die Pflicht der Fronarbeiten zu dem Hof hatten auch die Untertanen von den nicht weit entfernten Blumau, Tirpings und Königsfeld. der einstige Lukauer Bach ging nach dem Jahre 1700, als sie die Bachmauer niederrissen und nicht mehr erneuert wurde, unter. Der einstige herrschaftliche Hof wurde dann im Rahmen der Bodenreform 1926 die Grundstücke zerstückelt und einigen tscheschichen Familien, die ein Jahr später der Errichtung der in dem Gebäude des ehemaligen Hofes situierten Minderheitenschule erreichen, zugeteilt. In den 30-ger Jahren hat sich die tschechische Minderheit bis zu 100 Personen ausgebreitet, so dass sie mehr als Zehntel der gesamten Anzahl der Einwohner darstellte. Trotz der tschechischen Herkunft des Namens war nämlich die Besiedlung historisch meistens deutsch und von dem deutschen Charakter blieb die Gemeinde bis zu dem Ende des zweiten Weltkrieges. Nach der nachkrieglichen Aussiedlung wurde das Dorf aus dem Innenland besiedelt. Zu den wichtigsten Daten in seiner modernen Geschichte gehört das Jahr 1950, als im Rahmen der Sozialisierung der Landwirtschaft eine LPG gegründet wurde. Schon drei Jahre später begann sie aber der Maßen zurückzubleiben, dass sich einige Mitglieder entschieden, sie zu verlassen. Zu einer gewissen wirtschaftlichen Konsolidierung kam es in der Hälfte der 50-ger Jahren. 20 Jahre später vereinten sich die Gesellschaften in der Umgebung in eine Gesamteinheit, LPG mit dem Sitz in Sichelsdorf. Im Jahre 1961 wurde in der Gemeinde das Kulturhaus eröffnet, seit dem Jahre 1983 fungiert eine Gemeindewasserleitung, deren Bau allerdings in den ganzen 80-ger Jahren weiterfolgte. Einer der markanten Meilensteine in der modernen Historie der Gemeinde ist das Jahr 1993, als die Eisenbahnstelle Lukau bei Rudelsdorf feierlich eröffnet wurde. Die Linie befuhr seit ihrem Ausbau in den Jahren 1842-45 die Gemeinde vom Norden, die nächste Bahnhaltestelle war erst im Rudelsdorf. Zu den bedeutenden Ereignissen gehört das Jahr 1997, als in der Gemeinde eine große Flucht begann. Das Lukauer Schulwesen war immer mit dem nicht weit liegenden Thomigsdorf verbunden. Die alte Schule wurde im Jahre 1870, als sie selbsständig wurde, zu der Filialenpfarreienklassenschule in Thomingsdorf. In der modernen Geschichte der Gemeinde wirkte hier nur eine Vierklassenschule, die höheren Jahrgänge fahren die Kinder in die Schule nach Thomingsdorf. In Lukau fungiert noch ein Kindergarten, errichtet im Jahre 1950. In das benachbarte Thomingsdorf wurde Lukau gleichfalls eingemeindet. Nach der Schlacht auf dem Weißen Berg und der Ausweisung der nichtkatholischen Geistilichen aus der Herrschaft, ging der Lukaer Pfarrer unter, bis zum Jahre 1677 wurde sie von Landskron verwaltet. In dem Zeitraum 1677 bis 1784 war das hiesige Kloster St. Marketa nach Thomingsdorf, erst unter der Regierung Josef II, wurde die Pfarrei wieder erneut. Die einstige alte Kirche, die im Jahre 1677 erinnert ist, trug an den inneren Wänden gemalte Szenen von dem bäuernlichen Leben und der Feldarbeiten. Niedergerissen wurde sie im Jahre 1885, als das gegenwärtige Sanktorium gebaut wurde. In der jüngsten Vergangenheit wurde in der Gemeinde gleichfalls ein Gebetshaus der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (1951) errichtet, das heute seinem Zwecke nicht mehr dient. Von den kirchlichen Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Gemeinde weiter die Statue Johannes von Nepomuk aus dem Jahre 1810 und zwei Jahre jüngere Statuengruppen der Heiligsten Dreieinigkeit. Zu den historisch wertvollen Bauten gibt es einige Bauernhäuser, meistens aus der Hälfte des 19. Jahrhunderts. In Blumau gehört zu den Sehenswürdigkeiten die Kapelle St. Laurentius aus dem Jahre 1863, bei ihr steht ein barockes Kreuz mit dem Relief der Schmerzhaften Jungfrau Maria aus dem Jahre 1771. Zur Zeit wirken in der Gemeinde einige kleinen Firmen, wie die Verkaufsstellen der Lebensmittel „Konzum“ und „Hamko“, der gesunden Ernährung „Oáza“ und der Bäckereiprodukte. In Lukau betreibt ihr Unternehmen gleichfalls die Bäckerei mit etwa 20 Arbeitsnehmern und weitere Dienste bietet der Gasthof, Friseursalon, Masseur und Heilpraktiker Herr Krsek.